P0772 – Schaltmagnetventil E: im eingeschalteten Zustand fest

Mit Quellen redaktionell überarbeitet · 2. November 2026 · Quellen ansehen

Zusatz wie „-00“ verstehen

Bei U0100-00 ist U0100 der Grundcode. Wird 00 als Fehlerart ausgegeben, bedeutet es „keine zusätzliche Fehlerart“ – nicht „kein Fehler“.

Zusätze können mit Bindestrich, Doppelpunkt oder direkt angehängt erscheinen, etwa P034100. „Aktuell“ oder „gespeichert“ beschreibt dagegen den Fehlerstatus. Schreibweise und Bedeutung müssen zum Diagnosegerät und Fahrzeug passen.

Was für die genaue Einordnung wichtig ist

Übernimm die vollständige Kennung und den Originaltext, das meldende Steuergerät sowie den angezeigten Fehlerstatus. Dazu gehören Hersteller, Modell, Baujahr und Motor. Die Kennung allein reicht für eine Bauteilentscheidung nicht aus.

In der Werkstatt-Notiz kannst du den vollständigen Auslesetext ergänzen.

Grundlagen und Beispiele: Ford: Grundcode und Fehlerart (PDF), Ford: Spannungszusätze (PDF), FCA: Zusatz 87 (PDF) und GM: Fehlerart und Status als getrennte Angaben (PDF). Diese Beispiele belegen das Format; sie sind keine allgemeine Reparaturanweisung für dein Fahrzeug.

Kennung, Status und Symptomnummer unterscheiden
  • U0100-00: fünfstelliger Grundcode mit zweistelligem Zusatz.
  • U0100:00-2F: zusätzliche Anzeige nach der Fehlerart; das Ausgabeformat des Diagnosegeräts ist entscheidend.
  • B2000 00 [009]: auch solche Schreibweisen bleiben erhalten. Die Klammerangabe wird hier nicht automatisch als Fehlerart oder Status entschlüsselt.
  • Symptomnummer: eine weitere Herstellerangabe im Bericht. Sie ist nicht automatisch dasselbe wie der zweistellige Zusatz.

Eine reine Herstellernummer wie 01314 ist ein anderes Format. Füge kein „P“ davor und kürze sie nicht zu einem vermeintlichen OBD-Code.

Beschreibung

P0772 betrifft nach der allgemeinen Zuordnung Schaltmagnetventil E. Der überwachte Schaltzustand bleibt unpassend aktiv. Das kann durch unerwünschte elektrische Betätigung oder eine hydraulisch nicht zurückkehrende Ventil-/Verbraucherfunktion entstehen. Die Bezeichnung ist kein sicherer Hinweis auf einen bestimmten festhängenden Gang. Der Buchstabe bezeichnet nicht universell einen bestimmten Gang, eine Kupplung oder eine feste Position im Ventilblock.

Betroffenes System

Getriebe / Schaltmagnetventil E

Mögliche Ursachen

Ventil-/Schieberklemmen, unerwünschte Bestromung, ein nicht korrekt entlasteter Hydraulikzweig oder eine unzutreffende Zustandsrückmeldung. Ob das Ventil im stromlosen Zustand Druck freigibt oder sperrt, ist getriebeabhängig.

Mögliche Symptome

Getriebewarnung, ungeeigneter Anfahrgang, harte/verzögerte Schaltungen, eingeschränkte Gangwahl oder Notlauf sind möglich. Ein bestimmter Gang lässt sich aus dem Ventilbuchstaben allein nicht ableiten. Bei fehlendem Kraftschluss, starkem Schlupf, Überhitzung oder unklarer Parksperrenfunktion Fahrzeug sichern und keine weitere Probefahrt zur Fehlerreproduktion durchführen.

Diagnose Schritt für Schritt

  1. Getriebe-/Steuergeräteausführung, Originalfehlereintrag samt Zusatzstellen, Status und Umgebungsdaten sichern. Betroffene Fahrbereiche und vorangegangene Öl-/Ventilblock-/Softwarearbeiten dokumentieren.
  2. Die tatsächliche Funktion des bezeichneten Ventils im passenden Schalt-/Hydraulikplan bestimmen. Schaltventil, Druckregelung, Schaltzeit- oder Parkbetätigung nicht allein aus einer allgemeinen Übersetzung gleichsetzen.
  3. Erforderliche Betriebsfreigaben, Ölstand und Flüssigkeitszustand nach dem konkreten Getriebeverfahren prüfen lassen. Die Rückmeldung von Drehzahl-/Druck-/Positionssensoren muss für die Bewertung einer Funktionsabweichung verlässlich sein.
  4. Äußeren Anschluss, inneren Kabelweg und Versorgung im vorgesehenen Lastzustand prüfen lassen. Bei mehreren elektrischen Ventilbefunden zuerst gemeinsame Übergänge und Versorgung untersuchen.
  5. Beim geforderten Zustandswechsel die elektrische Ansteuerung und die entsprechende Rückmeldung vergleichen. Bleibt der Ausgang elektrisch aktiv, Steuer-/Leitungsweg untersuchen. Wechselt er korrekt, die nicht folgende Ventilbewegung, Druckentlastung oder Verbraucherreaktion nach Hydraulikplan eingrenzen.
  6. Bei korrekter elektrischer Reaktion die laut Hydraulik-/Schalttabelle erwartete Wirkung kontrollieren lassen. Druckaufbau/-entlastung, Ventilbewegung und nachgeordnete Kupplungs-/Betätigungsfunktion getrennt beurteilen; ein Spulenmesswert ersetzt diese Funktionstrennung nicht.
  7. Nach belegter Instandsetzung den ursprünglichen sicheren Schalt-/Betriebszustand erneut prüfen. Sollzustand, elektrische Reaktion, passende Rückmeldung und ausbleibende erneute Fehlersetzung dokumentieren. Anlernen oder Service-Routinen nur bei erfüllten Voraussetzungen und nach der getriebespezifischen Vorgabe durchführen.

Reparatur und Weiterfahren

Nachgewiesenen Kontakt-/Leitungs-/Versorgungsfehler, Spulen-/Treiberbefund oder hydraulisch-mechanischen Fehler gezielt beheben lassen. Keine unbekannten Ventile direkt mit Batteriespannung bestromen, keine Schalt-/Parksperre überbrücken und kein pauschales Anlernverfahren als Reparaturersatz verwenden. Teilezuordnung und erforderliche Kalibrierung richten sich nach der tatsächlichen Getriebeausführung.

Häufige Fragen zu P0772

Welcher Gang hängt bei „Stuck On“ fest?

Das lässt sich aus der allgemeinen Ventilkennzeichnung nicht bestimmen. Ein Ventil kann mehrere Schalt-/Kupplungszustände beeinflussen; die Zuordnung ergibt sich aus der Getriebeschalttabelle.

Ist Ventil E gleich Gang 5?

Nein. Ein Schaltventil kann je nach Getriebeschaltung unterschiedliche Kupplungen und mehrere Betriebszustände beeinflussen. Die tatsächliche Zuordnung muss aus der Getriebeschalttabelle hervorgehen.

Reicht ein Lernwert-Reset?

Ein Reset kann eine Unterbrechung, einen klemmenden Schieber oder eine Leckage nicht reparieren. Die elektrische und mechanisch-hydraulische Grundlage muss stimmen, bevor ein vorgeschriebenes Lernverfahren sinnvoll bewertet werden kann.

Zum Vergleich: P0751   P0753   P0754  

Quellen und Einordnung

Redaktionell überarbeitet am 2. November 2026. Die Code-Zuordnung wurde mit den folgenden Unterlagen abgeglichen. Die Prüfschritte sind allgemeine Hinweise; fahrzeugspezifische Reparaturunterlagen bleiben maßgeblich.

Die allgemeine Codebezeichnung ist keine universelle Bauteilposition oder Gangzuordnung. Die fachliche Prüfreihenfolge erläutert eine Eingrenzung anhand von Anforderung, elektrischer Reaktion und tatsächlicher Funktion. Herstellerfälle und ihre Spezialverfahren gelten ausschließlich für die ausdrücklich genannten Ausführungen.

Deine Notiz für die Werkstatt

Halte den Befund fest, bevor du Fehler löschst oder Teile wechselst. Die Notiz hilft beim Gespräch; sie ist kein Diagnoseergebnis.

Werkstatt-Notiz ausfüllen und mitnehmen

Dieses Formular sendet deine Eingaben nicht an unseren Server. Es speichert sie auch nicht dauerhaft im Browser. Beim Neuladen gehen sie verloren – speichere deine fertige Notiz vorher als Textdatei.

Vorhandenen Auslesebericht und Fehlerumgebungsdaten (Freeze Frame) zusätzlich aufbewahren.

Du kannst den Text auch direkt markieren und kopieren. Lass persönliche Angaben wie Kennzeichen oder Fahrgestellnummer weg, wenn du sie hier nicht benötigst.

Fehlercodes richtig auslesen und den Werkstattbesuch vorbereiten →