P0306 – Bedeutung, Ursachen und Lösung
Beschreibung
P0306 bedeutet, dass das Motorsteuergerät Verbrennungsaussetzer an Zylinder 6 erkannt hat. Der betroffene Zylinder verbrennt das Gemisch zeitweise oder dauerhaft nicht korrekt oder liefert wegen eines mechanischen Problems einen ungleichmäßigen Beitrag. Der Code bestimmt noch nicht, ob Zündspule, Zündkerze, Einspritzung oder Motormechanik verantwortlich ist. Bei Mehrbankmotoren darf die Lage von Zylinder 6 nicht geschätzt werden, da Nummerierung und Bankzuordnung je nach Hersteller unterschiedlich sind.
Betroffenes System
Motor / Verbrennungsaussetzer Zylinder 6
Mögliche Ursachen
Typische Ursachen sind eine verschlissene Zündkerze, eine schwache Zündspule, Öl oder Wasser im Kerzenschacht, beschädigte Leitungen und lose Steckkontakte. Kraftstoffseitig kommen ein verschmutztes, undichtes oder elektrisch fehlerhaftes Einspritzventil und unzureichender Kraftstoffdruck infrage. Weitere Möglichkeiten sind Falschluft am zugehörigen Ansaugkanal, schlechte Kompression, undichte Ventile, Probleme mit Schlepphebel oder Nockenwelle, fehlerhafte Steuerzeiten, Zylinderkopfdichtung oder Kühlmitteleintritt. Mehrere betroffene Zylinder können auf eine gemeinsame Ursache hinweisen.
Mögliche Symptome
Möglich sind rauer Leerlauf, spürbare Vibrationen, Ruckeln beim Beschleunigen, Leistungsverlust, schlechter Start, erhöhter Verbrauch und Abgas- oder Kraftstoffgeruch. Die Motorkontrollleuchte kann dauerhaft leuchten oder bei starker aktiver Fehlzündung blinken. Manche Fehler treten erst bei hoher Last auf, andere nur beim Kaltstart. Ein mechanisches Problem kann zusätzlich Geräusche oder dauerhafte Kompressionsabweichung verursachen.
Diagnose Schritt für Schritt
- Blinkt die Motorkontrollleuchte oder schüttelt sich der Motor stark, Last sofort reduzieren und Motor abstellen. Unverbrannter Kraftstoff kann den Katalysator überhitzen.
- Gesamten Fehlerspeicher, Standbilddaten, Kraftstoffkorrekturen und Fehlzündungszähler auslesen. Prüfen, ob P0306 nur kalt, warm, im Leerlauf oder unter Last entsteht.
- Zylinder 6 im herstellerspezifischen Zylinderplan eindeutig lokalisieren. Bei V- und Boxermotoren zusätzlich die richtige Bank bestätigen.
- Zündkerze, Spule, Kerzenschacht und Stecker prüfen. Wenn Bauart und Zustand es erlauben, Spule mit einem unauffälligen Zylinder tauschen und beobachten, ob der Fehler mitwandert.
- Bleibt P0306 bestehen, Ansteuerung und Funktion des Einspritzventils sowie Kraftstoffdruck prüfen. Hochdrucksysteme stehen unter Verletzungsgefahr und gehören in fachkundige Hände.
- Ansaugkanal und Dichtungen im Bereich von Zylinder 6 mit geeignetem Verfahren auf Falschluft prüfen. Hinweise aus den Kraftstoffkorrekturen einbeziehen.
- Kompression vergleichen und bei Abweichung eine Druckverlustprüfung durchführen. Ventiltrieb, Steuerzeiten und mögliche Flüssigkeitsspuren im Brennraum prüfen.
- Nach gezielter Reparatur Fehlerspeicher löschen und die ursprünglichen Betriebsbedingungen nachstellen. Fehlzündungszähler dürfen nicht erneut ansteigen.
Wichtig: Nicht mehrere Teile auf Verdacht ersetzen. Ein bestätigter Tauschtest oder eine Messung trennt Zündungs-, Einspritz- und Mechanikfehler voneinander.
Reparatur und Weiterfahren
Abhängig vom Befund werden Zündkerze oder Zündspule ersetzt, Steckkontakte und Leitungen repariert, ein Einspritzventil gereinigt beziehungsweise ersetzt, eine Ansaugundichtigkeit behoben oder eine mechanische Motorreparatur durchgeführt. Bei mehreren Fehlzündungscodes muss eine gemeinsame Kraftstoff-, Luft- oder Steuerzeitenursache beseitigt werden, statt nur Zylinder 6 zu behandeln.
Weiterfahren: Bei blinkender Motorkontrollleuchte, starkem Schütteln, Kraftstoffgeruch oder deutlichem Leistungsverlust nicht weiterfahren. Bei nur sporadischem Fehler höchstens mit geringer Last direkt zur Diagnose fahren.