P0303 – Verbrennungsaussetzer an Zylinder 3

Mit Quellen redaktionell überarbeitet · 1. November 2026 · Quellen ansehen

Beschreibung

P0303 bedeutet, dass das Motorsteuergerät wiederkehrende Verbrennungsaussetzer an Zylinder 3 erkannt hat. Dabei wird das Luft-Kraftstoff-Gemisch in diesem Zylinder nicht zuverlässig verbrannt oder der Zylinder trägt mechanisch nicht gleichmäßig zur Motorleistung bei. Der Code legt die Ursache nicht fest: Zündung, Kraftstoffversorgung, Ansaugsystem, Kompression oder Ventiltrieb kommen infrage. Die Zylindernummerierung ist hersteller- und motorabhängig und muss vor jeder Arbeit anhand der Fahrzeugdaten geprüft werden.

Betroffenes System

Motor / Verbrennungsaussetzer Zylinder 3

Mögliche Ursachen

Häufige Ursachen sind eine verschlissene oder beschädigte Zündkerze, eine defekte Zündspule, Öl oder Wasser im Kerzenschacht, ein Kontaktfehler am Stecker oder ein fehlerhaft angesteuertes Einspritzventil. Ebenfalls möglich sind Falschluft am Ansaugkanal von Zylinder 3, zu niedriger Kraftstoffdruck, Ablagerungen, schlechte Kompression, ein undichtes Ventil, Ventiltrieb- oder Steuerzeitenprobleme sowie Kühlmittel- oder Öleintritt in den Brennraum. Bei mehreren Fehlzündungscodes ist eine gemeinsame Ursache wie Kraftstoffdruck, Gemischbildung oder Steuerzeit wahrscheinlicher.

Mögliche Symptome

Typisch sind unruhiger Leerlauf, Ruckeln, Vibrationen, Leistungsverlust, schlechter Start, erhöhter Verbrauch und eine leuchtende oder blinkende Motorkontrollleuchte. Der Fehler kann nur kalt, nur warm oder erst unter Beschleunigung auftreten. Kraftstoffgeruch aus dem Abgas und ein deutlich blinkendes Warnlicht weisen auf eine starke aktive Fehlzündung mit Gefahr für den Katalysator hin.

Diagnose Schritt für Schritt

  1. Bei blinkender Motorkontrollleuchte Motorlast sofort reduzieren und Fahrzeug abstellen. Aktive Fehlzündungen können den Katalysator durch unverbrannten Kraftstoff überhitzen.
  2. Alle Codes, Standbilddaten und Fehlzündungszähler auslesen. Notieren, ob der Fehler im Leerlauf, kalt, warm oder hauptsächlich unter Last auftritt.
  3. Zylinder 3 anhand des herstellerspezifischen Zylinderplans eindeutig bestimmen. Zündkerze, Kerzenschacht, Spule, Stecker und Kabel auf Verschleiß, Feuchtigkeit, Öl und Überschlagspuren prüfen.
  4. Bei passenden Einzelspulen kann die Spule kontrolliert mit einem unauffälligen Zylinder getauscht werden. Wandert der Fehler mit, ist die Spule verdächtig. Zündkerzenzustand und Elektrodenabstand nach Vorgabe beurteilen.
  5. Bleibt der Fehler auf Zylinder 3, Einspritzventil elektrisch prüfen und Kraftstoffkorrekturen sowie Kraftstoffdruck bewerten. Hochdruck-Einspritzventile nur durch Fachpersonal lösen oder tauschen.
  6. Ansaugtrakt gezielt am Kanal von Zylinder 3 auf Undichtigkeit prüfen. Auch Dichtungen, Kurbelgehäuseentlüftung und vakuumabhängige Bauteile berücksichtigen.
  7. Kompressionsprüfung und bei Bedarf Druckverlustprüfung durchführen. Auffällige Werte können auf Ventile, Kolben, Zylinderkopfdichtung oder Ventiltrieb hinweisen.
  8. Nach der Reparatur Fehlerspeicher löschen, unter den ursprünglichen Lastbedingungen probefahren und Fehlzündungszähler sowie Kraftstoffkorrekturen erneut kontrollieren.

Wichtig: Bauteile nur tauschen, wenn der Fehler beim Tausch mitwandert oder die Messung den Defekt bestätigt. Dauernde Fehlzündungen können Katalysator und Motor beschädigen.

Reparatur und Weiterfahren

Je nach Diagnose werden Zündkerze oder Zündspule ersetzt, Stecker und Leitungen repariert, ein Einspritzventil instand gesetzt, eine Ansaugundichtigkeit beseitigt oder ein mechanischer Motorschaden behoben. Zündkerzen sollten in der richtigen Spezifikation und mit vorgeschriebenem Drehmoment montiert werden. Liegt eine gemeinsame Gemisch- oder Kraftstoffursache vor, muss diese statt einzelner Zylinderteile repariert werden.

Weiterfahren: Bei blinkender Motorkontrollleuchte, starkem Ruckeln oder deutlichem Leistungsverlust nicht weiterfahren. Bei nur sporadischem Fehler und ruhigem Motorlauf höchstens vorsichtig direkt zur Diagnose fahren und hohe Last vermeiden.

Herstellerhinweise zu P0303

VW Tiguan LWB: begrenzter Software-/Hardwarehinweis

Anwendungsbereich: Nordamerikanischer Tiguan LWB Modelljahr 2018, 2,0 TSI mit Motorcode DGUA; Bulletin 01-19-02 / 2054615/1 vom 1. Juli 2019.

Für diese Ausführung behandelt VW mehrere mögliche Fehlereinträge einschließlich P0303 gemeinsam. Der Hinweis umfasst definierte Hardwarearbeiten und eine Softwaremaßnahme; ein pauschaler Zündspulentausch ergibt sich daraus nicht. Andere Tiguan-Motoren sind damit nicht automatisch erfasst.

  • Motorcode DGUA und genaue Markt-/Modellzuordnung bestätigen.
  • Begleitcodes und aktuellen Softwarestand mit dem zum Fahrzeug passenden Herstellerverfahren prüfen lassen.

Volkswagen: 2054615/1 – Tiguan LWB DGUA, Update und Hardware

Quellen und Einordnung

Redaktionell überarbeitet am 1. November 2026. Die Code-Zuordnung wurde mit den folgenden Unterlagen abgeglichen. Die Prüfschritte sind allgemeine Hinweise; fahrzeugspezifische Reparaturunterlagen bleiben maßgeblich.

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