P0267 – Bedeutung, Ursachen und Lösung
Beschreibung
P0267 bedeutet, dass das Motorsteuergerät im Steuerkreis des Einspritzventils von Zylinder 3 eine zu niedrige Spannung oder eine dazu passende unplausible Stromreaktion erkennt. Je nach Schaltung weist dies auf Kurzschluss nach Masse, überhöhten Strom, fehlende Versorgung oder eine defekte Endstufe hin. Der Code beschreibt zunächst den elektrischen Stromkreis und nicht automatisch einen mechanisch verstopften Injektor. Bei modernen Magnet- und Piezo-Injektoren unterscheiden sich Spannung, Stromform und Prüfverfahren erheblich.
Betroffenes System
Kraftstoffeinspritzung / Injektor Zylinder 3 – Steuerkreis Signal niedrig
Mögliche Ursachen
Mögliche Ursachen sind eine intern kurzgeschlossene Injektorspule, beschädigtes Piezoelement, Scheuerstelle gegen Masse, gequetschte Leitung und Feuchtigkeit oder Korrosion im Stecker. Eine fehlende gemeinsame Spannungsversorgung kann zusammen mit der Ansteuerung ein niedriges Signal erzeugen. Bei innenliegendem Injektorkabelbaum sind Öl und lockere Kontakte möglich. Die Endstufe im Motor- oder separaten Einspritzsteuergerät kann beschädigt sein, häufig jedoch als Folge eines Kurzschlusses. Ein mechanischer Injektorfehler verursacht zwar Verbrennungsaussetzer, erklärt P0267 aber nicht ohne passende elektrische Abweichung. Die Zylinderzuordnung muss fahrzeugspezifisch geprüft werden.
Mögliche Symptome
Typisch sind Motorkontrollleuchte, unrunder Leerlauf, Ruckeln, schlechter Start, Leistungsverlust und Verbrennungsaussetzer auf Zylinder 3. Das Steuergerät kann den betroffenen Zylinder abschalten. Bei Ottomotoren besteht durch unverbrannten Kraftstoff Katalysatorgefahr; ein offen hängender Injektor kann Rauch, Kraftstoffgeruch und Ölverdünnung verursachen. Ein Kabelkontakt kann abhängig von Wärme, Vibration oder Motorbewegung nur sporadisch auftreten.
Diagnose Schritt für Schritt
- Fehlercodes und Standbilddaten sichern. P0303, weitere Injektor-, Versorgungs- und Steuergerätecodes gemeinsam beurteilen.
- Zylinder 3 anhand der Motorunterlagen eindeutig bestimmen. Bei V-Motoren Bank und Zählrichtung nicht aus der Einbaulage erraten.
- Injektorstecker und Kabelbaum auf Öl, Wasser, Korrosion, lose Pins, Scheuerstellen und Kontakt zu Masse untersuchen.
- Gemeinsame Versorgung, Sicherung und Spannungsabfall unter Last prüfen. Steuergerät und Injektor vor Widerstands- oder Isolationsmessungen korrekt trennen.
- Injektor elektrisch nur nach Herstellervorgabe prüfen. Piezo- und Hochspannungsinjektoren dürfen nicht mit einer einfachen Widerstandsmessung oder direkter Batteriespannung getestet werden.
- Ansteuerung mit geeignetem Oszilloskop und Stromzange mit einem unauffälligen Zylinder vergleichen. Einen Steuergeräteausgang niemals mit Prüflampe belasten.
- Nach elektrischem Befund Kraftstoffdruck, Injektormenge und Kompression prüfen. Bauteiltausch zwischen Zylindern nur bei freigegebener Bauart und Codierung.
- Leitung, Versorgung, Injektor oder Endstufe fachgerecht reparieren. Erforderlichen Injektorcode und Lernwerte programmieren und Motorlauf erneut prüfen.
Wichtig: Direkt- und Dieseleinspritzsysteme arbeiten mit gefährlichem Hochdruck und teilweise hoher Ansteuerspannung. Leitungen bei Restdruck niemals öffnen.
Reparatur und Weiterfahren
Je nach Befund werden Versorgung, Stecker und gegen Masse beschädigte Leitungen repariert oder ein elektrisch bestätigter defekter Injektor ersetzt. Eine beschädigte Steuergeräte-Endstufe wird erst nach Beseitigung des verursachenden Kurzschlusses instand gesetzt. Codierung, Dichtungen und Hochdruckleitungen sind nach Herstellervorgabe zu behandeln.
Weiterfahren: Bei starkem Ruckeln, blinkender Motorkontrollleuchte, Kraftstoffgeruch, Rauch oder steigendem Ölstand nicht weiterfahren. Bei ruhigem Lauf nur kurz zur Diagnose.