P0191 – Bedeutung, Ursachen und Lösung

Beschreibung

P0191 bedeutet, dass das Signal des Kraftstoffverteilerrohr-Drucksensors A zwar vorhanden sein kann, aber außerhalb des erwarteten Bereichs liegt oder dem angeforderten Druck nicht plausibel folgt. Das Motorsteuergerät vergleicht Sollwert, Sensorsignal und Reaktion der Kraftstoffregelung bei Start, Leerlauf und Last. Der Code beweist nicht automatisch einen defekten Sensor: Tatsächlich schwankender Druck durch Vorförderung, Filter, Pumpe, Regelventil oder Injektoren kann dieselbe Abweichung erzeugen. Die Drücke und Prüfmethoden unterscheiden sich stark zwischen Saugrohr-, Benzin-Direkt- und Common-Rail-Dieselsystemen.

Betroffenes System

Kraftstoffsystem / Raildrucksensor A und Kraftstoffdruckregelung

Mögliche Ursachen

Mögliche Ursachen sind ein fehlerhafter Raildrucksensor, schlechte 5-Volt-Referenz, Massefehler, korrodierter Stecker, Kabelbruch oder intermittierender Signalkontakt. Ein verstopfter Filter, Luft oder Verunreinigung im Kraftstoff, schwache Vorförderpumpe, Druckregler beziehungsweise Mengenregelventil, verschlissene Hochdruckpumpe und übermäßiger Injektorrücklauf können den realen Druck unplausibel machen. Undichte Injektoren oder Druckbegrenzungsventile sind möglich. Metallabrieb einer Hochdruckpumpe kann das gesamte System kontaminieren. Niedrige Startspannung und Fehler weiterer Sensoren an derselben Referenzleitung können die Diagnose verfälschen.

Mögliche Symptome

Möglich sind langes Orgeln, Nichtstarten, Absterben, Ruckeln, unruhiger Leerlauf, Notlauf und deutlicher Leistungsverlust. Der Fehler tritt oft beim Beschleunigen, Lastwechsel oder Warmstart auf, wenn der Druck schnell angepasst werden muss. Bei zu niedrigem realem Druck können Magerlauf und weitere Druckcodes auftreten; bei fehlerhaftem Sensorsignal kann das Steuergerät die Kraftstoffmenge vorsorglich begrenzen. Metallkontamination kann rasch weitere Bauteile schädigen.

Diagnose Schritt für Schritt

  1. Fehlercodes und Standbilddaten sichern. Soll- und Ist-Raildruck, Motordrehzahl, Batteriespannung und Ansteuerung bei Start sowie unter Fehlerlast vergleichen.
  2. Kraftstoffqualität, Tankfüllstand, bekannte Fehlbetankung, Filterzustand und sichtbare Undichtigkeiten prüfen. Bei Metallverdacht Motor nicht weiter starten.
  3. Niederdruckversorgung nach Herstellervorgabe auf Druck, Fördermenge und Lufteintrag prüfen. Ein korrekter Raildruck setzt ausreichende Vorförderung voraus.
  4. Raildrucksensor-Stecker und Kabel auf Kraftstoff, Wasser, Korrosion, lose Pins und Scheuerstellen prüfen. 5-Volt-Referenz und Masse unter Last messen.
  5. Sensorsignal mit Diagnosewert und gegebenenfalls freigegebener Referenzmessung vergleichen. Hochdrucksysteme niemals mit einem ungeeigneten Manometer prüfen.
  6. Bei Common-Rail-Diesel Rücklaufmengen, Mengenregelventil und Druckhalteverhalten nach Herstellervorgabe beurteilen. Grenzwerte und Testtemperatur beachten.
  7. Kraftstofffilter beziehungsweise freigegebene Probe auf Metallpartikel untersuchen. Bei Kontamination ist häufig eine systemweite Reparatur statt eines einzelnen Sensorwechsels nötig.
  8. Elektrische oder hydraulische Ursache beheben und anschließend Soll-/Ist-Verlauf bei Kaltstart, Warmstart und Last erneut protokollieren.

Wichtig: Benzin-Direkteinspritzung und Common Rail stehen unter lebensgefährlichem Hochdruck. Leitungen bei laufendem Motor oder Restdruck niemals lösen.

Reparatur und Weiterfahren

Je nach Befund werden Stecker, Referenzspannung oder Signalleitung repariert, Filter und Niederdruckversorgung instand gesetzt, ein bestätigter Sensor oder Regler ersetzt sowie Injektorrücklauf und Hochdruckpumpe repariert. Bei Metallabrieb müssen alle betroffenen Hochdruckkomponenten nach Herstellervorgabe gereinigt beziehungsweise ersetzt werden.

Weiterfahren: Bei Startproblemen, Absterben, starkem Ruckeln oder Leistungsverlust nicht weiterfahren. Bei Metallverdacht Motor nicht erneut starten; Fahrzeug abschleppen lassen, um Folgeschäden zu begrenzen.