P0139 – Bedeutung, Ursachen und Lösung

Beschreibung

P0139 bedeutet, dass die Lambdasonde Bank 1 Sensor 2 langsamer als erwartet auf eine Änderung des Abgas-Sauerstoffgehalts reagiert. Bank 1 enthält Zylinder 1; Sensor 2 befindet sich normalerweise hinter dem Katalysator. Das Steuergerät prüft die Reaktionszeit unter bestimmten Betriebsbedingungen, häufig während einer Schubabschaltung oder Gemischänderung. Ein ruhiges Nachkat-Signal ist wegen der Sauerstoffspeicherung des Katalysators grundsätzlich normal. P0139 wird erst gesetzt, wenn die Reaktion außerhalb der vorgesehenen Zeit liegt. Der Code beweist weder automatisch eine defekte Sonde noch einen defekten Katalysator.

Betroffenes System

Abgasüberwachung / Lambdasonde Bank 1 Sensor 2 – Reaktionszeit zu langsam

Mögliche Ursachen

Mögliche Ursachen sind eine gealterte, verschmutzte oder thermisch geschädigte Nachkat-Lambdasonde, verzögerte Sondenheizung, hohe Übergangswiderstände und beschädigte Leitungen. Öl-, Kühlmittel-, Silikon- oder Kraftstoffrückstände können die Sensoroberfläche beeinträchtigen. Ein Abgasleck vor oder nahe der Sonde verändert die Sauerstoffkonzentration. Längerer fetter Betrieb, Fehlzündungen und ein beschädigter Katalysator beeinflussen den Signalverlauf. Bei manchen Fahrprofilen wird der Monitor wegen kurzer Strecken oder fehlender Schubphase nicht sauber ausgeführt; das ist kein Beweis für einen Defekt. Falscher Sondentyp, schlechte Masse und selten ein Steuergeräte-Eingang sind weitere Möglichkeiten.

Mögliche Symptome

Meist leuchtet nur die Motorkontrollleuchte, während der Motor normal läuft. Möglich sind erhöhte Abgaswerte, nicht abgeschlossene Bereitschaftsmonitore und zusätzliche Katalysator- oder Lambdasondencodes. Bei zugrunde liegenden Fehlzündungen, Ölverbrauch oder falschem Gemisch können Ruckeln, Verbrauch und Abgasgeruch auffällig sein. Ein reiner Nachkat-Reaktionsfehler verursacht normalerweise keine starken unmittelbaren Fahrprobleme.

Diagnose Schritt für Schritt

  1. Fehlercodes und Standbilddaten sichern. Heizungs-, Gemisch-, Fehlzündungs-, Ölverbrauchs- und Katalysatorcodes gemeinsam bewerten.
  2. Bank 1 Sensor 2 eindeutig identifizieren. Leitung und Stecker bei kalter Abgasanlage auf Hitze-, Scheuer-, Wasser- und Korrosionsschäden prüfen.
  3. Abgasanlage vor und im Bereich der Sonde auf Undichtigkeiten kontrollieren. Kleine Lecks können den Sauerstoffwert besonders im Schubbetrieb verändern.
  4. Heizkreis auf Versorgung, Masse, Widerstand beziehungsweise Stromaufnahme und Freigabebedingungen prüfen. Zu kalte Sensoren reagieren träge.
  5. Vorkat- und Nachkat-Signal bei vollständig betriebswarmem Motor aufzeichnen. Sensorbauart und herstellerspezifischen Sollverlauf beachten.
  6. Reaktion während eines freigegebenen Fahr- oder Diagnosetests prüfen. Keine brennbaren Stoffe zur künstlichen Gemischänderung verwenden.
  7. Ursachen von Öl- oder Kühlmittelverbrennung, Fehlzündungen und dauerhaft falschem Gemisch beseitigen, bevor eine neue Sonde eingebaut wird.
  8. Abgasleck, Heizung, Leitung oder bestätigte träge Sonde reparieren und Reaktionsmonitor nach vorgeschriebenem Fahrzyklus erneut ausführen.

Wichtig: Abgasanlage und Sonde werden extrem heiß. Fahrzeug sicher anheben, ausreichend abkühlen lassen und Messleitungen von heißen oder bewegten Teilen fernhalten.

Reparatur und Weiterfahren

Je nach Befund werden Abgasleck, Sondenheizung, Masse, hitzegeschädigte Leitung oder korrodierter Stecker repariert. Eine nach vollständiger Erwärmung und intakter Verkabelung nachweislich träge Sonde wird ersetzt. Öl- beziehungsweise Kühlmittelverbrauch, Fehlzündungen und Gemischprobleme müssen zuvor behoben werden, damit die neue Sonde nicht erneut geschädigt wird.

Weiterfahren: Bei normalem Motorlauf ist eine kurze Fahrt zur Diagnose meist möglich. Bei blinkender Motorkontrollleuchte, starkem Ruckeln, Rauch, Kraftstoffgeruch oder glühender Abgasanlage nicht weiterfahren.