P0118 – Bedeutung, Ursachen und Lösung
Beschreibung
P0118 bedeutet, dass das Motorsteuergerät am Stromkreis des Kühlmitteltemperatursensors ein zu hohes Eingangssignal erkennt. Bei dem üblicherweise verwendeten temperaturabhängigen Widerstand entspricht eine hohe Signalspannung oft einer unrealistisch niedrigen Kühlmitteltemperatur. Häufig liegt deshalb eine Unterbrechung, ein abgezogener Stecker oder ein hoher Übergangswiderstand vor. Der Messwert beeinflusst Kaltstartanreicherung, Einspritzung, Leerlauf, Lüfterstrategie und je nach Fahrzeug auch Temperaturanzeige und Getriebesteuerung.
Betroffenes System
Kühlsystem / Kühlmitteltemperatursensor – Signal zu hoch
Mögliche Ursachen
Mögliche Ursachen sind ein defekter Kühlmitteltemperatursensor, ein nicht vollständig eingerasteter oder korrodierter Stecker, zurückgeschobene Pins, Kabelbruch, eine unterbrochene Sensormasse oder ein Kurzschluss der Signalleitung zur Referenzspannung. Beschädigungen nahe heißen oder bewegten Motorteilen sind häufig. Ein niedriger Kühlmittelstand oder Luft im System kann die Temperaturmessung beeinflussen, erklärt einen eindeutig elektrisch zu hohen Eingang aber nicht immer allein. Seltener sind ein gemeinsamer Referenzspannungsfehler oder das Motorsteuergerät verantwortlich.
Mögliche Symptome
Möglich sind Motorkontrollleuchte, schlechter Kalt- oder Warmstart, zu fettes Gemisch, erhöhter Verbrauch, unrunder Leerlauf, Kraftstoffgeruch und schwarze Abgasfärbung. Der Kühlerlüfter kann als Schutzstrategie dauerhaft laufen. Temperaturanzeige oder Diagnosewert können unrealistisch kalt bleiben oder plötzlich springen. Weil das Steuergerät einen Ersatzwert verwenden kann, sind auch Fahrzeuge ohne deutliche Fahrprobleme möglich.
Diagnose Schritt für Schritt
- Fehlerspeicher und Standbilddaten auslesen. Bei kaltem Motor Kühlmitteltemperatur mit Ansaugluft- und Umgebungstemperatur vergleichen. Ein extrem niedriger Wert spricht für einen offenen Stromkreis.
- Motor vollständig abkühlen lassen. Kühlmittelstand nur am kalten System prüfen und auf sichtbare Undichtigkeiten achten.
- Sensor und Stecker auf Kühlmittelspuren, Korrosion, lose Verriegelung, beschädigte Dichtungen und zurückgeschobene Kontakte kontrollieren. Kabel entlang der heißen Motorbereiche prüfen.
- Sensormasse, Referenz beziehungsweise Signalspannung und Leitungsdurchgang nach Herstellerschaltplan messen. Andere Sensorcodes können auf eine gemeinsame Masse- oder Referenzstörung hinweisen.
- Widerstand des abgesteckten Sensors bei bekannten Temperaturen mit der fahrzeugspezifischen Kennlinie vergleichen. Der Wert muss sich gleichmäßig mit der Temperatur verändern.
- Livewert beobachten und Kabelbaum vorsichtig bewegen. Sprunghafte Änderungen weisen auf einen Kontakt- oder Leitungsfehler hin.
- Stimmen Leitungen und Versorgung, Sensor aber nicht mit Kennlinie oder realer Temperatur überein, Sensor fachgerecht ersetzen und verlorenes Kühlmittel nach Herstellervorgabe ergänzen beziehungsweise entlüften.
- Fehler löschen, Kaltstart durchführen und Temperaturanstieg bis zur normalen Betriebstemperatur beobachten. Lüfterfunktion und Dichtheit des Kühlsystems kontrollieren.
Wichtig: Einen heißen Kühlmittelbehälter oder Kühlerdeckel niemals öffnen. Verbrühungsgefahr durch unter Druck stehendes Kühlmittel.
Reparatur und Weiterfahren
Je nach Befund werden Stecker und Leitungen instand gesetzt, Korrosion beseitigt, Sensormasse oder Referenzkreis repariert und ein defekter Kühlmitteltemperatursensor ersetzt. Bei zu niedrigem Kühlmittelstand muss zusätzlich die Ursache des Verlusts gefunden und das System korrekt befüllt und entlüftet werden. Ein Steuergerät wird erst nach vollständiger Stromkreisprüfung in Betracht gezogen.
Weiterfahren: Zeigt der Motor keine Überhitzung und läuft normal, ist eine kurze Fahrt zur Diagnose häufig möglich. Temperatur und Warnanzeigen aufmerksam beobachten. Bei Überhitzungswarnung, Kühlmittelverlust, Dampf, starkem Motorlaufproblem oder dauerhaft falscher Lüfterfunktion sofort anhalten und Motor abkühlen lassen.