P0108 – Bedeutung, Ursachen und Lösung

Beschreibung

P0108 bedeutet: zu hoher elektrischer Eingangswert im Stromkreis des Saugrohrdruck- beziehungsweise Umgebungsdrucksensors. MAP bezeichnet den absoluten Druck im Saugrohr, BARO den Umgebungsdruck. Welche Messstelle überwacht wird, hängt vom Fahrzeug ab. Der Code ist kein unmittelbarer Nachweis eines zu hohen Ladedrucks. Ein elektrischer Fehler kann einen sehr hohen Druckwert vortäuschen, obwohl der tatsächliche Druck normal ist. Deshalb müssen Rohsignal, Versorgung und reale Druckverhältnisse gemeinsam beurteilt werden.

Betroffenes System

Motorsteuerung / Saugrohr- oder Umgebungsdrucksensor

Mögliche Ursachen

Mögliche Ursachen sind ein Kurzschluss der Signalleitung gegen Versorgungsspannung, eine unterbrochene Sensormasse oder ein interner Sensorfehler. Korrosion, lose Stecker und beschädigte Leitungen können ebenfalls zu hohen Pegeln führen. Je nach Eingangsschaltung kann auch eine Leitungsunterbrechung einen hohen Ersatzpegel ergeben. Ein blockierter Druckanschluss oder ein Problem im Ansaugsystem kann die Druckerfassung beeinflussen. Gemeinsame Referenzspannungsfehler sind bei mehreren auffälligen Sensoren besonders wichtig.

Mögliche Symptome

Möglich sind die Motorkontrollleuchte, Notlauf, schlechtes Ansprechen, erhöhter Verbrauch und unruhiger Motorlauf. Je nach Ersatzstrategie zeigt das Diagnosegerät einen feststehenden oder auffällig hohen Druck. Ein Fahrzeug kann trotz des elektrischen Fehlers zeitweise relativ normal fahren.

Diagnose Schritt für Schritt

  1. Fehlerstatus und Umgebungsdaten sichern. Druckwert, Drehzahl, Last und Batteriespannung beim Auftreten erfassen. Weitere Referenzspannungs-, Luftmassen- oder Ladedruckfehler berücksichtigen. Nicht sofort den Turbolader verdächtigen, wenn lediglich ein hoher elektrischer Sensorwert gemeldet wird.
  2. Den betroffenen MAP- oder BARO-Sensor anhand des Schaltplans identifizieren. Bei kombinierten Druck- und Temperatursensoren die Anschlüsse eindeutig zuordnen. Sensorlage und Messbereich müssen zur Motorvariante passen, besonders wenn das Bauteil bereits ersetzt wurde.
  3. Bei stehendem Motor und eingeschalteter Zündung den MAP-Wert mit einem verlässlichen Umgebungsdruckwert vergleichen. Höhenlage und Wetter berücksichtigen. Ein auf Meereshöhe umgerechneter Wetterbericht entspricht nicht unmittelbar dem tatsächlichen Luftdruck am Fahrzeugstandort.
  4. Stecker, Kabel und Druckanschluss auf Beschädigung, Ölansammlung und Verstopfung prüfen. Einen vorhandenen Verbindungsschlauch auf Knicke oder Undichtigkeit untersuchen. Empfindliche Sensormembranen nicht mit Werkzeug durchstoßen oder mit ungeeigneten Reinigungsmitteln behandeln.
  5. Vorgesehene Versorgung und Sensormasse direkt am Anschluss prüfen. Massequalität anhand des Spannungsabfalls beurteilen. Wenn mehrere Sensoren denselben Bezug verwenden, gemeinsame Leitungsabschnitte berücksichtigen. Eine scheinbar vorhandene Versorgung kann unter Belastung zusammenbrechen oder unzulässig verschoben sein.
  6. Signalspannung und Diagnosewert vergleichen und nach Herstellerverfahren auf einen Pluskontakt beziehungsweise eine Unterbrechung prüfen. Stecker nur im vorgeschriebenen Zustand trennen. Die Reaktion eines abgesteckten Sensors ist ohne Kenntnis der Eingangsschaltung kein eindeutiger Beweis für einen Steuergerätedefekt.
  7. Bei intaktem Stromkreis die Druckreaktion mit einer geeigneten Referenzmessung kontrollieren lassen. Absolutdruck und Überdruck nicht verwechseln. Bei aufgeladenen Motoren erst nach gesicherter Sensorsignalqualität entscheiden, ob zusätzlich eine echte Ladedruckabweichung vorliegt.
  8. Nach Reparatur plausiblen Druck bei Motorstillstand und im zulässigen Betriebsbereich prüfen. Fehler löschen und die zuvor auffällige Situation sicher kontrollieren. Bei einer Abschlussfahrt Last und Druckwerte aufzeichnen, ohne einen möglicherweise bestehenden Überdruck absichtlich zu provozieren.

Wichtig: An Sensorleitungen keine Batteriespannung einspeisen. Druckprüfungen nur innerhalb des zulässigen Sensorbereichs durchführen. Während einer Messfahrt bedient eine zweite Person das Diagnosegerät oder es wird eine sichere Aufzeichnung verwendet. Bei deutlichem Notlauf sind belastende Vollgasversuche ungeeignet.

Reparatur und Weiterfahren

Massestellen und Steckkontakte instand setzen, beschädigte Signalleitungen reparieren oder einen nachweislich defekten Sensor ersetzen. Einen zugesetzten Druckanschluss nur nach Herstellervorgabe reinigen. Probleme einer gemeinsamen Referenzversorgung zuerst beheben. Turbolader oder Druckregelung nur bei zusätzlich bestätigtem mechanischem beziehungsweise regelungstechnischem Fehler reparieren.

Weiterfahren: Bei stabilem Motorlauf ist häufig eine kurze, schonende Fahrt zur Diagnose möglich. Starke Beschleunigung vermeiden. Bei Absterben, starkem Ruckeln, deutlichem Leistungsverlust oder zusätzlichen ernsten Warnungen anhalten. Ein hoher angezeigter Druck darf weder pauschal als harmloser Sensorfehler noch als sicherer Turboschaden bewertet werden.