P0106 – Bedeutung, Ursachen und Lösung
Beschreibung
P0106 bedeutet, dass das Signal des Saugrohrdrucksensors beziehungsweise MAP-Sensors zwar vorhanden ist, aber nicht plausibel zum erwarteten Ansaugdruck passt. Das Motorsteuergerät vergleicht den MAP-Wert je nach Fahrzeug unter anderem mit dem Umgebungsdruck, der Drosselklappenstellung, der Motordrehzahl, dem Luftmassenwert und bei Turbomotoren mit weiteren Ladedruckwerten. Der Fehlercode weist deshalb nicht automatisch auf einen defekten MAP-Sensor hin.
Betroffenes System
Ansaugsystem – MAP-Sensor, Umgebungsdruck und Ladedruckregelung
Mögliche Ursachen
Mögliche Ursachen sind ein verschmutzter oder defekter MAP-Sensor, eine zugesetzte Sensoröffnung, ein beschädigter Unterdruckschlauch, Falschluft im Ansaugsystem, Undichtigkeiten in der Ladeluftstrecke oder ein fehlerhafter Stecker. Ebenfalls möglich sind eine gestörte 5-Volt-Referenzspannung, schlechte Masse, ein Kabelbruch, Kurzschluss oder Übergangswiderstand. Unplausible Vergleichswerte können außerdem durch einen fehlerhaften Luftmassenmesser, eine verschmutzte oder nicht korrekt arbeitende Drosselklappe, ein klemmendes AGR-Ventil, Probleme der Ladedruckregelung oder mechanische Motorprobleme entstehen. Ein Fehler im Motorsteuergerät ist selten und sollte erst nach Ausschluss aller anderen Ursachen angenommen werden.
Mögliche Symptome
Mögliche Symptome sind eine leuchtende Motorkontrollleuchte, Leistungsverlust, Notlauf, schlechtes Ansprechverhalten, Ruckeln, unruhiger Leerlauf, Startprobleme oder erhöhter Kraftstoffverbrauch. Bei Turbomotoren können zusätzlich fehlender Ladedruck, Über- oder Unterboost sowie ungewöhnliche Rauchentwicklung auftreten. Je nach Ursache kann P0106 auch gespeichert werden, ohne dass zunächst deutliche Fahrprobleme bemerkbar sind.
Diagnose Schritt für Schritt
- Alle Fehlercodes und Freeze-Frame-Daten auslesen. Begleitfehler des MAP-Sensors, der Referenzspannung, des Luftmassenmessers, der Drosselklappe oder der Ladedruckregelung zuerst berücksichtigen.
- Bei eingeschalteter Zündung und stehendem Motor den MAP-Wert mit dem Umgebungsdruck beziehungsweise weiteren vorhandenen Drucksensoren vergleichen. Nach ausreichendem Druckausgleich sollten die Werte ungefähr zueinander passen. Höhenlage und Herstellervorgaben beachten.
- Den MAP-Livewert beim Starten, im Leerlauf und bei vorsichtiger Laständerung beobachten. Das Signal muss schnell und nachvollziehbar reagieren. Bei Turbomotoren zusätzlich Soll- und Ist-Ladedruck vergleichen. Absolutdruck darf dabei nicht mit dem angezeigten relativen Ladedruck verwechselt werden.
- MAP-Sensor, Sensoröffnung und einen eventuell vorhandenen Unterdruckschlauch auf Öl, Ruß, Ablagerungen, Knicke und Beschädigungen prüfen. Den Sensor nur reinigen, wenn dies laut Hersteller zulässig ist.
- Ansaugsystem sowie bei Turbomotoren die gesamte Ladeluftstrecke auf Undichtigkeiten prüfen. Schläuche, Schellen, Dichtungen und Ladeluftkühler kontrollieren.
- Stecker und Leitungen prüfen. Referenzspannung, Masse und Signalleitung nach fahrzeugspezifischem Schaltplan messen und während der Prüfung vorsichtig am Kabelbaum bewegen.
- Wenn Sensor und Verkabelung in Ordnung sind, die für die Plausibilitätsberechnung verwendeten Komponenten prüfen. Dazu können Luftmassenmesser, Drosselklappe, AGR-System, Ladedruckregelung und die mechanische Motorsteuerung gehören.
- Den MAP-Sensor erst ersetzen, wenn Spannungsversorgung, Verkabelung, Druckanschluss und Ansaugsystem geprüft wurden und der Messwert weiterhin unplausibel bleibt. Danach Fehler löschen, gegebenenfalls Lernwerte nach Herstellervorgabe zurücksetzen und eine Probefahrt mit Live-Daten durchführen.
Wichtig: Pauschale MAP-Sollwerte im Leerlauf sind nicht für jedes Fahrzeug geeignet. Ottomotoren, Dieselmotoren sowie aufgeladene Motoren können deutlich unterschiedliche Druckwerte und Prüfstrategien verwenden.
Reparatur und Weiterfahren
Je nach Prüfergebnis werden Sensoröffnung oder Druckanschluss fachgerecht gereinigt, beschädigte Unterdruck-, Ansaug- oder Ladeluftleitungen erneuert, undichte Verbindungen abgedichtet oder Steckkontakte und Kabel repariert. Fehlerhafte Vergleichssignale von Luftmassenmesser, Drosselklappe, AGR- oder Ladedrucksystem müssen gezielt behoben werden. Der MAP-Sensor sollte nur ersetzt werden, wenn dessen unplausible Reaktion nachgewiesen wurde. Anschließend den Fehlerspeicher löschen und den Reparaturerfolg durch Vergleich der Livewerte sowie eine Probefahrt bestätigen.
Weiterfahren: Bei dauerhaft leuchtender Motorkontrollleuchte und weitgehend normalem Motorlauf ist meistens noch eine vorsichtige Fahrt zur Werkstatt möglich. Bei starkem Leistungsverlust, heftigem Ruckeln, ungewöhnlicher Rauchentwicklung, auffälligen Motorgeräuschen oder deutlichen Ladedruckproblemen sollte das Fahrzeug nicht weiter belastet werden.